„Wir haben alle jederzeit und überall ein Zaubermittel zur Verfügung: unsere Vorstellungskraft... Unsere Fähigkeit zu Imaginieren ist das Hilfsmittel, das uns in Kontakt bringt mit dem Heilsamen in uns“, schreibt Luise Reddemann in ihrem Standardwerk „Imagination als heilsame Kraft“.
Aus dem Buch „Traumatherapie in der Gruppe“ stammen die folgenden Seiten in etwas abgewandelter Form.
Die Arbeit mit der inneren Vorstellungskraft ist eine sehr bedeutsame Methode der Psychotherapie und insbesondere der Traumatherapie von Frau Prof. Luise Reddemann, die sich Psychodynamisch Imaginative Traumatherapie – PITT nennt. Ziele der Imagination sind u.a. eine psychische und emotionale Stabilisierung: Mit Imaginationsübungen können Sie sich in sehr stressreichen Situationen beruhigen oder anders ausgedrückt, Ihre innere Anspannung regulieren. Imagination ist ein sehr wirksames Mittel gegen traumatische und belastenden Erinnerungen.
Die Imagination ist vermutlich eine der ältesten Heilmethoden der Menschheit und sie kommt der Natur des Menschen entgegen. Denn ohne Vorstellungskraft kommen wir nicht aus. Jede Erinnerung an etwas ist meist mit Bildern davon verbunden. Wenn Sie sich vorstellen, wo sich der Türgriff an Ihrer Haustür befindet und wie genau Sie Ihre Wohnung betreten, dann geschieht das mithilfe Ihrer Vorstellungskraft. Kinder nutzen ganz intuitiv ihre Vorstellungskraft, um belastende Erfahrungen zu verarbeiten. In der Realität waren Sie vielleicht hilflos, in der eigenen Vorstellungswelt allerdings sind Sie aktiver Gestalter.
Die Vorstellungskraft hat starken Einfluss auf unseren Organismus: Denken Sie daran, was passiert, wenn Sie hungrig sind und an Ihre Leibspeise denken: „Das Wasser läuft einem im Mund zusammen“. Viele Menschen können auch von den Erinnerungsbildern einer Urlaubsreise monatelang „zehren“. Durch die Forschung ist mittlerweile gut belegt, dass die Imagination sogar den Genesungsprozess von Verletzungen beschleunigen kann.
Imagination ermöglicht das Nachholen lange entbehrter Erfahrungen: Die intensive Vorstellung eines Ortes, an dem Sie völlig sicher und geborgen sind, wird in ihrem Körper entsprechend positive Empfindungen auslösen und kann sogar Hormone ausschütten, die uns guttun wie beispielsweise Oxytocin.
Imaginationsübungen helfen Ihnen, mehr Kontrolle über Ihre Vorstellungswelt zu gewinnen und wieder Regie auf der inneren Bühne zu führen. Ich empfehle Ihnen Imaginationsübungen möglichst häufig anzuwenden, dann wird es immer leichter und Sie werden auch in schwierigen Situationen leichter darauf zurückgreifen können. Dadurch kann die Imagination zu einer heilsamen Alltagsfertigkeit werden.
Allgemeine Anleitung für das Imaginationstraining
Die therapeutische Arbeit mit der inneren Vorstellungskraft, soll Ihnen helfen die natürliche Fähigkeit der Imagination bewusst und gezielt zu nutzen. Folgendes sollten Sie dabei beachten:
- Die Imaginationen werden oft durch andere Menschen egal in welchem Format angeleitet. Das Ziel ist aber „sich selbst anzuleiten“, also ohne äußere Hilfe Imaginationen durchzuführen.
- Die Sitzposition erleichtert die aktive und selbständige Arbeit mit der inneren Vorstellungskraft, weil das Wegdriften weniger leicht passiert!
- Hilfreich zum Lernen ist eine geeignete, wohltuende Umgebung, in der man möglichst wenig abgelenkt ist. Später kann man auch unter schwierigeren Bedingungen üben.
- Wenn nicht sofort innere Bilder entstehen, ist das eher normal. Bedenken Sie: allein das Zuhören wirkt sich positiv aus. Sie können z.B. der Anleitung wie einem Märchen lauschen und beobachten, wie sich das auf Ihr Befinden auswirkt. Manchmal stellen sich auch innere Klänge oder Körperwahrnehmungen ein, das ist genauso willkommen!
- Die inneren Vorstellungsbilder gelingen mit der Zeit und vor allem durch regelmäßiges Üben immer besser. Sie zu malen, könnte auch helfen.
- Bewerten und kritisieren Sie Ihre Versuche nicht, schon ein kurzes innerliches Dabeibleiben ist ein wertvoller Anfang, auf den sich gut aufbauen lässt!
- Beobachten Sie, wie sich die einzelnen Übungen auf Sie auswirken. Finden Sie Ihre Lieblingsübung und verändern Sie diese nach Ihren Bedürfnissen. Sinn und Zweck ist stets, dass Sie sich wohlfühlen und die Übung zu Ihnen passt. Sie dürfen also gerne auch ein bisschen „ungehorsam“ mit unserer Anleitung umgehen.
- Sollten Sie sich während einer Übung einmal nicht wohl fühlen oder von unangenehmen Bildern überflutet werden, unterbrechen und beenden Sie die Übung von sich aus! Das tun Sie am besten, indem Sie die Augen öffnen und sich wieder auf die Wahrnehmung Ihres Körpers konzentrieren: Wo spüre ich den Boden, die Unterlage. die Stuhllehne. Orientieren Sie sich im Hier und Jetzt: machen Sie sich klar, wo Sie sich gerade befinden.
- Bitte sprechen Sie, wenn Sie in Psychotherapie sind, Ihre Therapeutin oder Ihren Therapeuten an, wenn es beim Üben zu Schwierigkeiten kommt. Diese werden mit Ihnen nach einer Lösung suchen, damit es beim nächsten Mal besser klappt. Darüber hinaus entscheiden Sie selbst, ob die Arbeit mit der inneren Vorstellungskraft für sie persönlich hilfreich ist.
- Ich wünsche Ihnen ein gutes Gelingen und hilfreiche innere Bilder!
Imaginationsübungen in Anlehnung an Luise Reddemann, Michaela Huber, Stefan Passvogel und andere, die von mir umformuliert sind – dies gilt auch für die gesprochene Form
Der sichere Ort oder der Ort der Geborgenheit
In dieser Übung geht es um die Qualitäten von Sicherheit und Schutz sowie um die Erfahrung von Geborgenheit. Dafür möchte ich Sie einladen, Gedanken oder Vorstellungen oder Bilder aufsteigen zu lassen von einem Ort, an dem Sie sich absolut sicher und beschützt fühlen ... Dieser Ort kann auf der Erde sein, er muss es aber nicht. Er kann auch außerhalb der Erde auf einem anderen Planeten liegen; es kann ein Ort sein, den es gibt oder einer, den Sie jetzt entstehen lassen in Ihrer inneren Vorstellungswelt. ... Geben Sie diesem Ort eine Begrenzung Ihrer Wahl, die so beschaffen ist, dass nur Sie bestimmen, welche Lebewesen an diesem Ort, Ihrem Ort, sein sollen, sein dürfen. Und nehmen Sie keinen anderen Menschen mit an diesen Ort, weil jeder Mensch, selbst wenn er oder sie mir heute nahesteht, mich schon morgen enttäuschen kann. … Dann hätte dieser Ort sofort seine Schutzkraft verloren, dann wäre er nicht mehr so sicher, wie er sein soll.
Sie können im weiteren Verlauf der Übung aber gerne Lebewesen, die Sie an diesem Ort haben wollen, einladen. Diese Lebewesen verkörpern Sicherheit und Schutz, ja vielleicht geben Sie Ihnen auch ein Gefühl von Geborgenheit, wenn Sie sie berühren, ihnen nahe sind, sie vielleicht in die Arme schließen oder was immer Sie als passend empfinden, um sich noch geborgener und sicherer zu fühlen.
Prüfen Sie, ob Sie sich dort an Ihrem Ort mit all Ihren Sinnen wohl fühlen. Prüfen Sie zunächst, ob das, was Ihre Augen wahrnehmen, Sicherheit und Schutz verspricht. Wenn es noch etwas geben sollte, was nicht dazu passt, dann verändern Sie es. ... Prüfen Sie, ob das, was Sie hören, Sicherheit und Geborgenheit ausdrückt, ob Sie es gerne hören, vielleicht ein Naturgeräusch wie ein Wasserlauf, das Zwitschern von Vögeln oder ganz etwas anderes. Ansonsten können Sie es solange verändern, bis es wirklich nach Sicherheit und Geborgenheit klingt. ... Prüfen Sie die Temperatur, ob es sich um Ihre ganz eigene Sicherheits- und Geborgenheitstemperatur handelt, und verändern Sie sie, wenn es nötig ist. ... Denn in Ihrer Vorstellungswelt besitzen Sie Zauberkräfte, die alles, was Sie sich vorstellen, sofort Wirklichkeit werden lassen.
Trägt das, was Sie riechen und schmecken ganz und gar den Charakter von Schutz und Geborgenheit? Sie können es verändern, wenn Sie möchten. ... Können Sie an diesem sicheren Ort die Haltung einnehmen, die Ihnen das unbedingte Gefühl von Sicherheit, Schutz und Geborgenheit vermittelt? Können Sie sich so bewegen, dass Sie sich wirklich sicher fühlen? Denken Sie nochmals daran, dass Sie in der Vorstellung zaubern können. Und dass Sie sich alles so gestalten können, wie Sie es hier und heute brauchen. Sie erschaffen diesen Ort der Sicherheit und Geborgenheit genau für Ihre Bedürfnisse - jetzt. ...Und so können Sie sich nun auch hilfreichen Wesen, liebevollen Begleiterinnen oder Helfern, die Ihnen Unterstützung und Liebe geben an diesem Ort, nochmals bewusst zuwenden. Sie verkörpern genauso wie Ihr Ort Geborgenheit, Sicherheit und Schutz. Sie sind immer zur Stelle, wenn Sie sie brauchen.
Wenn es Ihnen gelungen ist, sich diesen Ort jetzt zu erschaffen, dann genießen Sie Ihren Aufenthalt dort, solange Sie möchten. … Wenn das heute nicht gelungen ist, ist das auch in Ordnung. Es ist gut, dass Sie sich damit beschäftigt haben, und wenn Sie diesen Ort haben wollen, werden Sie ihn früher oder später auch für sich entdecken und gestalten können. ... Wenn Sie den Ort für sich gefunden haben, können Sie ihn jetzt noch verankern, so dass es Ihnen in Zukunft leichter fällt, dorthin zu gelangen. Sie können, wenn Sie möchten, mit sich eine kleine Körpergeste vereinbaren. Und diese kleine Geste können Sie in Zukunft ausführen und sie wird Ihnen helfen, dass Sie dann diesen Ort der Geborgenheit, der Sicherheit und des persönlichen Schutzes ganz rasch wieder in Ihrer Vorstellung haben. Und wenn Sie das möchten, können Sie diese Geste jetzt ausführen. ...
Kommen Sie dann mit Ihrer Aufmerksamkeit dorthin zurück, wo Sie gerade sind.
Lichtstrahl-Übung
Mit dieser Übung können Sie sich und Ihrem Körper mit Hilfe von einem heilsamen Licht ganz allgemein etwas Gutes tun oder das Licht bewusst dorthin schicken, wo etwas weh tut und Unterstützung benötigt.
Stellen Sie sich dazu ein Licht von der Sonne oder vom Mond vor, je nachdem, ob Sie gerade eher ein wärmendes oder ein kühlendes Licht benötigen. Vielleicht mögen Sie dem Licht auch eine bestimmte Farbe geben… Das kann heute ein anderes Licht mit einer anderen Farbe sein als vielleicht morgen. Stellen Sie sich dann vor, dass Sie diesen Lichtstrahl nach und nach über und durch Ihren Körper leiten. Das Licht soll den Körper beleben, regenerieren und heilen. Beginnen Sie bei den Füßen und wandern Sie dann mit dem Licht die Beine hinauf. Geben Sie dann Ihrem Becken Licht, danach dem Bauchraum und seinen Organen. In der Gegend, wo sich die Rippenbögen treffen, stellen Sie sich eine Blüte vor, die das Licht in sich aufnimmt und sich dadurch öffnet. Wenn die Blüte ganz lichterfüllt ist, bitten Sie sie, ihr Licht wieder abzugeben und in den Rücken fließen zu lassen, sodass der ganze Rücken jetzt Licht bekommt von der Blüte... Wenn Ihnen die Vorstellung einer Blüte in Ihrem Körper nicht gefällt, dann lassen Sie das heilsame Licht einfach auf natürliche Weise durch Ihren Körper wandern, folgen Sie Ihrer Intuition, dass es genau dorthin fließt, wo es benötigt wird. So wie Wasser von durstigen Pflanzen aufgesogen wird, wird auch dieses heilsame, belebende und energiereiche Licht genau dorthin gelangen, wo Sie es jetzt gerade brauchen.
Wenn Sie die Vorstellung mit der Blüte angenehm finden, dann stellen Sie sich vor, dass im Bereich des Kopfes ebenfalls eine Blüte ist, die sich dem Licht öffnet und Licht in sich aufnimmt. Und dann können Sie auch diese Blüte wieder bitten, ihr Licht zu verschenken. Und diesmal verteilt sich das Licht im Brustraum, im ganzen Halsbereich... Und dann wandern Sie mit Hilfe des Lichtstrahls die Arme entlang, von den Schultern bis zu den Fingerspitzen. Geben Sie Schultern, Armen und Händen dieses Licht zur Belebung, zur Regeneration und zur Heilung. Und auch ohne Blüte findet das Licht seinen Weg dorthin, wo es im Moment benötigt wird mit seiner heilsamen und belebenden Kraft.
Und zum Schluss lassen Sie Ihren Kopf in diesem Licht baden. Wandern Sie dazu mit dem Licht über das Gesicht mit Augen, Nase und Mund und dann über den ganzen Kopf vom Nacken bis zu den Ohren. Und das Licht gibt Heilung, es belebt und regeneriert. Auch Ihr Gehirn wird nun in diesem Licht gebadet, um zu heilen, zu regenerieren oder einfach frisch und belebt zu sein... Schließen Sie diese Übung ab, indem Sie sich vorstellen, dass Sie durch Ihren Scheitel einatmen und durch Ihre Füße ausatmen und dabei alles an die Erde abgeben, was Sie jetzt loslassen möchten. Denn Mutter Erde kann mit all dem, was Sie jetzt abgeben möchten, sehr gut umgehen.
Kommen Sie dann mit Ihrer Aufmerksamkeit dorthin zurück, wo Sie gerade sind.
Das reinigende Bad im See oder Meer
In dieser Imaginationsübung geht es um die reinigende Kraft des Wassers, was mit einem Bad in einem See, einem Fluss oder im Meer erlebbar wird. Wenn Sie nicht schwimmen können, halten Sie sich bitte im Uferbereich auf, lassen Ihre Beine von einem Steg ins Wasser baumeln oder laufen am Strand spazieren und lassen dabei immer wieder Ihre Füße vom Wasser umspülen – die Wirkung der Übung bleibt die gleiche. Das, was Sie tun, sollte sich wirklich angenehm und gut anfühlen...
Und nun möchte ich Sie an ein Gewässer Ihrer Wahl einladen, an einen See, einen Fluss oder ans Meer, wo Sie sich heute am wohlsten fühlen. Lassen Sie genau diese Landschaft jetzt vor Ihrem inneren Auge auftauchen….
Ganz langsam nähern Sie sich nun diesem Wasser (wenn es mehrere Bilder sind, die Ihnen durch den Sinn gehen, entscheiden Sie sich für eine Szene) und nehmen das Ufer wahr, wie gut befestigt und sorgfältig gestaltet und bepflanzt oder naturbelassen dieses Ufer ist, oder wie fest der feuchte Sand am Meer ist, dem Sie sich getrost anvertrauen können…. Und dann, wenn Sie mögen, ziehen Sie die Schuhe aus und nehmen Sie am Ufer ganz vorsichtig Kontakt zum Wasser auf über die Füße, und vielleicht auch über die Hände...
Und wenn das Wasser eine für Sie angenehme Temperatur hat, vielleicht mögen Sie dann sogar Ihre Kleidung ablegen und ganz langsam ins Wasser hineinwaten. Und lassen Sie sich Zeit, den Moment zu finden, an dem es in Ordnung ist, einzutauchen in dieses Wasser und sich dann von ihm tragen zu lassen, …zu bemerken, wann es eine Lust ist, sich mit den Füßen abzustoßen und sich auf das Wasser zu legen, das ja so wunderbar trägt, und sich so zu bewegen, wie Sie es gerade möchten – vielleicht tauchen Sie gern, vielleicht mögen Sie sich aber auch einfach aufs Wasser legen und ein wenig treiben lassen, oder abwechselnd beides tun... Und dabei bemerken Sie vielleicht, wie schön das Ufer vom Wasser aus aussieht. Die Pflanzen, den Himmel, die Sonne oder was Ihnen auch immer angenehm ist, wahrzunehmen – und was immer Ihnen gerade durch den Sinn geht, ist in Ordnung... Und wenn es sich ganz angenehm anfühlt im oder auf dem Wasser – vielleicht ist es ja auch ein heilendes, klärendes Wasser -, dann können Sie vielleicht spüren, wie dieses Wasser alles abspült, was Sie an Staub und Schweiß und Schlacke und Spannungen hatten, vielleicht können Sie spüren, wie sich Ihr Körper erfrischt und entspannt im Wasser anfühlt, und möglicherweise erleichtert es Sie und macht Sie froh oder gelassen, oder was immer Sie an angenehmen Gefühlen spüren können. … In diesem Wasser ist das möglich.
Und wenn Sie es einfach genießen - lassen Sie sich ruhig Zeit -, dann können Ihnen die Sekunden vorkommen wie Minuten und die Minuten wie eine sehr lange Zeit des erfrischenden Bades ..., bis Sie vielleicht eine Stelle am Ufer bemerken, an der Sie gern herausgehen möchten. Und wenn Sie genau hinsehen, könnte es sein, dass da ein flauschiges großes Handtuch in Ihrer Lieblingsfarbe auf Sie wartet ..., vielleicht bemerken Sie ganz in Ruhe, wann es genau richtig ist, wieder sorgsam die Füße auf den Boden zu setzen und aus dem Wasser herauszukommen.... das Handtuch zu nehmen und sich abzutrocknen, dabei vielleicht zu bemerken, wie weich und frisch und angenehm kühl oder auch wohlig durchwärmt sich Ihre Haut anfühlt und was immer Sie angenehm finden ..., sich abzutrocknen, die Muskeln zu fühlen, die sich vielleicht gelockert und gestärkt fühlen ... Und wenn da Ihre Lieblingssachen liegen, die Sie gern als Freizeitkleidung tragen, dann haben Sie vielleicht Lust darauf, sich vorzustellen, wie Sie die Sachen überstreifen, wie wunderbar weich sie sich auf der Haut anfühlen oder wie Sie es gerade mögen. Und dann können Sie ja entscheiden, ob Sie auch Socken und Schuhe oder Sandalen anziehen oder lieber barfuß laufen wollen...Wenn Sie gelassen und gestärkt genau den Zeitpunkt finden, sich noch einmal umzudrehen zum Wasser, vielleicht mit Dankbarkeit oder Staunen oder was auch immer Sie gerade dazu fühlen – dies hier ist Ihre persönliche Badestelle, dahin können Sie immer zurückkehren, wenn Sie möchten.
Und dann wenden Sie der Szene den Rücken zu und kommen ganz allmählich, in Ihrem eigenen Tempo, dorthin mit Ihrer Aufmerksamkeit zurück, wo Sie gerade sind.
Natur erleben im Wald
Mit dieser Übung möchte ich Sie zu einer angenehmen Naturerfahrung einladen, in eine Natur, die unsere Partnerin ist, die wir imaginativ und auch tatsächlich immer wieder aufsuchen können.
Stellen Sie sich einen sonnigen Frühlingstag vor, an dem Sie sich auf einem weichen Weg mitten im Wald befinden, Sie fühlen den weichen Boden unter Ihren Füßen und berühren ihn mit Ihren Händen, er ist angenehm warm… Gleichzeitig sehen Sie die Sonne durch die Äste blitzen. Sie wärmt Ihr Gesicht und Ihren Körper…. Am Wegrand befinden sich wunderschöne Blumen. Sie beginnen gerade zu blühen. Welche Form haben die Blüten? Welche Farben haben sie? Schauen Sie nochmal ganz genau auf die zauberhaften Blumen, die einen zarten Duft verströmen, einen Duft, der die Luft nach Frühling duften lässt. Sie atmen sie tief ein…. Der Frühling breitet sich auch in Ihnen aus. Atemzug für Atemzug. Mit jedem Atemzug riechen Sie die frische Luft intensiver…
Dann gehen sie auf dem weichen Weg ein Stückchen weiter. In der Ferne entdecken Sie ein Reh. Es sieht friedlich und zufrieden aus. Dieses Gefühl überträgt sich auf Sie, und so haben Sie Lust, sich ins weiche Moos zu legen. Es ist sommerwarm. Sie fühlen die Wärme. Das Moos bettet Sie ganz weich. Es riecht zart und frisch. Sie sind entspannt und fühlen sich frei…
Direkt neben Ihnen steht eine alte, knorrige Eiche mit einem festen Stamm. Ihr Holz duftet. Können Sie es riechen? Die Blätter wiegen sich leicht im Wind. Sie blicken nach oben. Zwischen den Baumkronen erblicken Sie ein wenig vom Himmel.
Die Sonne blitzt durch die dichten Äste mit den wunderschönen Blättern. Sie sind geborgen im Schoß der Natur, jetzt, ohne Anstrengung. Und so genießen Sie die sanfte Brise, die Ihre Stirn sanft streichelt. Die Beständigkeit der Natur, Ihre alle Krisen überdauernde Kraft…
Tief atmen Sie die Düfte ein, die der Wald Ihnen schenkt. Sie sind gelöst und entspannt., geborgen und eingebettet in Mutter Natur, mit der Sie stets verbunden sind. Nichts kann Sie aus der Ruhe bringen.
Dann atmen Sie noch einmal tief durch, richten Ihre Aufmerksamkeit wieder nach außen und kehren mit Ihrer vollen Aufmerksamkeit jetzt dorthin zurück, wo Sie gerade sind.
Imaginationsübung „Ideale Eltern“ (absichtlich in der Du-Form in Anlehnung an Stefan Passvogel)
Diese Übung ist nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung gedacht, für das, was Du nicht in ausreichender Weise erhalten hast, egal wie gut Deine Eltern waren.
Ich lade Dich ein, ganz egal wie deine Erfahrung mit Deinen biologischen Eltern war, Dir jetzt ideale Eltern vorzustellen oder deren ideale Eigenschaften, die vielleicht durch Fabelwesen oder Helden und Heldinnen verkörpert werden, über die ich gleich sprechen werde.
Im Kontakt mit diesen idealen Eltern fühlst Du Dich als kleines Kind sicher und geborgen, weil … diese idealen Eltern genau wissen, wie das geht, dass Du Dich absolut sicher und geborgen fühlst. Und so kannst Du jetzt erleben, wie es sich anfühlt, absolut sicher und geborgen zu sein. Nimm wahr, wie diese idealen Eltern das machen, dass Du Dich absolut sicher und geborgen fühlst. Wie fühlst sich das in Deinem Körper jetzt an? Woran merkst Du, dass Du Dich sicher und geborgen fühlst? Spüre dem nach und gib ihm Raum …
Diese idealen Eltern spüren, was Du als kleines Kind brauchst, und sind in gutem Kontakt mit Dir. Ihr Verhalten ist ganz auf Deine Bedürfnisse abgestimmt … Diese Eltern fühlen ganz fein und sensibel, was Du brauchst, sie kennen Deine Bedürfnisse als kleines Kind genau und interessieren sich dafür. Sie sind in feinfühliger Resonanz mit dir. Wie fühlt sich das in Deinem Körper jetzt an? Woran merkst Du, dass sich jemand ganz für Dich interessiert, für Deine Bedürfnisse da ist und diese ernst nimmt? Spüre dem nach und gib ihm Raum …
Gehe innerlich zurück in eine Zeit nach Deiner Geburt … Heute kannst Du sehen und spüren, wie Deine idealen Eltern sich ganz tief in ihrem Inneren über Deine Geburt freuen, wie sie Dich anstrahlen, weil sie Dich vorbehaltlos lieben … Diese Eltern freuen sich tief in ihrem Inneren, weil Du eine Quelle der Freude für sie bist. Und das geschieht an jedem beliebigen Tag in Deinem Leben als Kleinkind. Ihre strahlende Freude über Dich stellt den Grundton Deines Seins dar. So entwickelt sich ein richtig positives Selbstwertgefühl. Und so kannst Du all das in den Augen Deiner idealen Eltern jetzt sehen, wenn Du jetzt in ihre Augen schaust: ihre Liebe zu Dir, ihr Glück über Dein Leben, Ihre Freude darüber, Dich ins Leben zu begleiten. Wie fühlt sich das in Deinem Körper an? Woran merkst Du, dass sie Dich so ansehen, Dir Ansehen geben? Spüre dem nach und gib ihm Raum …
Stelle Dir ein Gefühl wie Wut oder Traurigkeit damals in Deiner Kindheit vor und nimm jetzt wahr, wie feinfühlig und zugewandt diese Eltern heute darauf reagieren, so dass diese Gefühle willkommen sind und Deine idealen Eltern Dich heute gut beruhigen können. Sie helfen Dir dabei, Deine Gefühle zu entziffern und zu verstehen. Sie wissen, was Du gerade fühlst, und haben keine Angst davor. Alle Deine Gefühle sind willkommen, sie dürfen sein. Wie fühlt sich das in Deinem Körper an? Woran merkst Du das? Spüre dem nach und gib ihm Raum …
Nimm wahr, wie diese idealen Eltern mit Dir die Welt entdecken und dass Du das genauso tun darfst, wie Du das möchtest. Diese Eltern sind sooo stolz auf Dich! Du darfst all die Erfahrungen machen, die Du für Deine Entwicklung benötigst.
Diese Eltern erlauben Dir, Dich zu entwickeln und Deinen ganz eigenen Weg zu gehen … Du kannst Dich ausprobieren und auch mal etwas Ungewöhnliches oder gar Verrücktes tun. Und so darfst Du das sein und werden, was Du willst, nichts sonst. Wie fühlt sich das in Deinem Körper an? Woran merkst Du das? Spüre dem nach und gib ihm Raum …
Stelle Dir jetzt vor, welche Gefühle und Schritte damals nicht möglich waren und wie jetzt die idealen Eltern da sind und all das erlauben und möglich machen, was früher nicht möglich war. Jetzt kann dadurch Altes heilen. Stelle Dir das jetzt vor.
Vielleicht magst Du heute oder ein anderes Mal einen Schritt weiter gehen….
Dann stelle Dir jetzt vor, wie Du selbst für ein Baby heute eine ideale Mutter oder ein idealer Vater bist. Deine Freude heißt dieses Wesen heute willkommen, Deine Fähigkeit, seine Gefühle zu unterstützen, seinen Weg zu begleiten und seine Entwicklung zu ermöglichen, ist ein wunderbares Fundament für Sicherheit, Geborgenheit und Selbstwert.
Und auch allen anderen Lebewesen kannst Du mit dieser Haltung begegnen.

